Knicks - kannste knicken?

Mittwoch, 11. November 2020, 10:00–11:00 Uhr
Mit Jürgen Eigner, Knickexperte, und Holger Gerth, Landesnaturschutzbeauftragter SH
Ein virtueller Spaziergang durch Schleswig-Holstein. Knicks sind die berühmten Wallhecken, die in Schleswig-Holstein so typische Landschaftselemente sind. In diesem Vortrag nehmen wir Sie mit auf eine kleine Entdeckungstour durch die Vielfalt der Knicklandschaften. Wir erkunden die Vielfalt, Besonderheiten und Merkwürdigkeiten der über 80 verschiedenen Knicktypen. Hierbei stellen wir Ausschnitte unseres aktuell erschienenen Buchs Das grüne Netz - Unsere Knicklandschaft in Schleswig-Holstein vor.
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Neue Methoden zur züchterischen Veränderung der Nutzpflanzen

Montag, 16. November 2020, 18:00-19:00 Uhr
Mit Prof. Dr. Christian Jung, SHUG
Die züchterische Bearbeitung ist die Voraussetzung für die Nutzung von Pflanzen in Landwirtschaft und Gartenbau. Dieser Prozess begann vor etwa 12000 Jahren mit dem Übergang vom Jäger und Sammler zum Bauern. Bis vor 120 Jahren war dies ein unbewusster Prozess, der alleine auf der phänotypischen Selektion beruhte. Seit den 1940iger Jahren können durch Zufallsmutagenese mittels Bestrahlung oder durch Einwirken chemischer Substanzen neue Genvarianten erzeugt werden, die im Genpool einer Art nicht vorhanden sind. Seit den 1980iger Jahren ist es möglich, gezielt Ge-ne zu verändern und fremde Gene von anderen Lebewesen stabil in das Genom einzubauen (gentechnisch veränderte Pflanzen). Durch die gewaltigen Fortschritte der Sequenzierungstechnologie können heute ganze Genome in kurzer Zeit sequenziert werden, so dass praktisch jedes Gen für die genotypische Selektion verfügbar ist. Diese hat die Selektionsintensität stark erhöht. Seit 2012 können mit Hilfe der CRISPR-Cas Technologie gezielt Gene mutagen verändert werden. Dies ist ein Quantensprung gegenüber der Zufallsmutagenese, weil nun nicht Millionen von Mutationen erzeugt werden müssen, um darin eine einzige erwünschte zu finden. Stattdessen kann ein Zielgen direkt verändert werden. Die Anwendung dieser Methoden in der praktischen Züchtung wird in diesem Vortrag beleuchtet.
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Starkregen und Hochwasser, Kälte und Hunger in Deutschland von der Spätantiken Kleinen Eiszeit bis zum Jahr ohne Sommer 1816

Montag, 23. November 2020, 18:00-19:00 Uhr
Mit Prof. Dr. Hans-Rudolf Bork, Institut für Ökosystemforschung
Ab Oktober 536 bringen die Aschen und Aerosole mehrerer Vulkanausbrüche über für 130 Jahre Kälte und hohe Niederschläge. Dramatische Ernteausfälle, Massensterben und Migration sind die Folge dieser „Spätantiken Kleinen Eiszeit“; Wälder erobern Mitteluropa zurück. Nach einer klimatischen Gunstphase bricht im 14. Jh. ein neues Drama herein. Auf die Dante-Anomalie von 1309 bis 1321 folgen vom 19. bis zum 25. Juli 1342 die Magdalenenflut und von 1347 bis 1351 der Schwarze Tod. Die Flut lässt 1342 fruchtbare Böden verschwinden; die Pest kostet viele Menschenleben. Massive Wiederbewaldungen und veränderte Ernährungsgewohnheiten resultieren. Der Vortragende erläutert für diese und weitere Schlüsselereignisse, die die Flucht Ludwig van Beethovens am 27. Februar 1784 vor einem Winterhochwasser und die Erfindung des Fahrrades nach dem „Jahr ohne Sommer“ 1816 einschließen, welche gewaltigen Auswirkungen extreme Witterung auf die Menschen und ihre Umwelt in der Vergangenheit hatte.
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